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23.09.2003
Die aktuelle Marktsituation
Verpackungsklebebänder - ein Spiegel der wirtschaftlichen Entwicklung?
Ich glaube ja, vielleicht nicht grundsätzlich und ausschließlich, aber als Gradmesser der Produktivität sicherlich geeignet.
Und da sieht es ja in diesem Jahr nicht gerade schlecht aus, keinesfalls schlechter als in den Vorjahren. Natürlich erleben wir nach wie vor einen erbarmungslosen Verdrängungswettbewerb. Und dieser spielt sich in erster Linie, wie schon sehr lange, immer wieder auf der Preisschiene ab. Es wird permanent versucht, “Billigware” zu kaufen und zu verkaufen. Viele glauben, damit besser als der Wettbewerb zu sein, Aufträge sichern zu können und den Ertrag zu verbessern.
Solche Praktiken haben kurzfristig sicher Erfolg, aber wenn wir uns selbst gegenüber ehrlich sind: langfristig nur das Ergebnis “gleiches Volumen wie vorher, aber absolut niedrigeres Niveau” (sprich geringere Erträge).
So spiegelt sich das Jahr 2003 vielen Anbietern im Markt wider - Absatz und Umsatz in Ordnung, aber die Ertragsentwicklung?
Wer schon wie ich seit über 25 Jahren in diesem Markt arbeitet, für den ist dies nichts Neues. Und ich wage zu behaupten, dass sich daran so schnell nichts ändern wird. Solange durch Überkapazitäten die Angebote die Nachfragen übersteigen, haben wir es in diesem Markt mit Verdrängung zu tun. Dazu kommen nun wieder bedingt durch den schwachen Dollar (und das war alles schon einmal dagewesen) die günstigeren Importe aus Asien.
Hier in Europa kämpfen viele Klebebandhersteller ums Überleben. Das Jahr 2003 war für viele Produzenten ein Jahr schwacher Auslastung, teilweiser Kurzarbeit und rückläufiger Erträge. Am meisten davon betroffen waren die Hersteller im Hotmelt- und Acrylatbereich. Dennoch hatten wir im Jahr 2003 eine relative Preisstabilität trotz gestiegener Energie- und Lohnkosten und trotz schwankender Rohstoffpreise, die die Klebebandhersteller verkraften mussten. Daran wird sich auch in naher Zukunft nichts ändern, es sei denn, die Rohstoffhersteller machen ernst mit ihrem Vorhaben, gravierend höhere Preise durchzusetzen wie derzeit gerade beim Naturkautschuk feststellbar ist.
Wer kann sich nicht an die IPACK-IMA in Mailand Anfang des Jahres erinnern? Von gravierenden Preiserhöhungen, gerade im PP-Bereich, wurde gesprochen. Und was ist daraus geworden? Eine Seifenblase, die sehr schnell wieder geplatzt war.
Freuen wir uns auf das Jahr 2004; es wird nicht weniger interessant werden, und man darf gespannt sein, wie sich die wirtschaftliche Situation entwickelt und wer von den sich abzeichnenden Veränderungen profitiert. Der Spekulation ist wieder Tor und Tür geöffnet. (GS)
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